Die Jubiläumssynagoge von Kaiser Franz Joseph I. wurde als Ersatz für die abgerissenen Synagogen nach der Säuberung des Prager Ghettos ausgestellt. Sie ist die jüngste und zugleich größte Synagoge der Prager jüdischen Gemeinde. Das Gebäude ist eine interessante Mischung aus Jugendstil und maurischem Stil.

Der erste Synagogenentwurf im neoromanischen Stil des Baumeisters Alois Richter entstand 1899, der zweite im neugotischen Stil des Baumeisters Josef Linhart 1901. Der dritte Entwurf wurde 1903 vom bekannten Wiener Architekten Wilhelm Stiassny ausgearbeitet. Dieser wurde im darauffolgenden Jahr genehmigt und 1905–1906 wurde das Gebäude auf Kosten des Vereins vom Baumeister Alois Richter errichtet. Eines der merkwürdigsten Hindernisse beim Bau der Synagoge war der Einwand der nahegelegenen Gemeinde des Hl. Heinrich, dass „der Gesang aus der Synagoge die christlichen Gläubigen an Sonntagen stören würde“. Am Feiertag Simchat Tora, dem 16. September 1906, wurde die neue Synagoge eingeweiht. Die Synagoge erhielt den Namen Jubilee zur Erinnerung an den 50. Jahrestag der Herrschaft von Franz Joseph I.

Die Fassade ist mit maurischen Bögen, einer Rosette, wunderschönen iberischen rot-weißen Steinstreifen und vielen Farben geschmückt, mit denen die Synagoge auf der ganzen Jerusalemer Straße erstrahlt. Der Innenraum ist eine vielfältige Mischung aus maurischen Elementen mit detaillierter Jugendstilmalerei. Die farbenfrohe Dekoration des Kirchenschiffs, der Wandmalerei und des Stucks stammt von der Firma F. Fröhlich. Die Synagoge verfügt über 850 Sitzplätze und eine separate Empore für Frauen. Mit Ausnahme der Protektoratszeit, als die Synagoge als Lagerhaus diente, werden hier noch immer Gottesdienste abgehalten. Nach der ersten großen Rekonstruktion in den 1990er Jahren wurden unter Putzschichten und einer Schicht alter Malerei auf etwa 25 Quadratmetern reich gemalte Ornamente im Stil des Wiener Jugendstils entdeckt, die keine andere Synagoge der Welt besitzt. Im Jahr 2003 wurde eine Untersuchung der Wandmalereien durchgeführt und unter einer der Marmorplatten eine Pergamentrolle gefunden, die fast ein Jahrhundert lang unberührt gelegen hatte. Diese Schriftrolle beschreibt die Geschichte des Gebäudes, Informationen über die Baumeister und Handwerker, die am Bau der Synagoge beteiligt waren usw. Das größte Juwel ist die reparierte Originalorgel, die ursprünglich von einem Elektromotor angetrieben wurde, der von František Křižík entworfen wurde.

Die Dauerausstellung in der Synagoge mit dem Titel „Die jüdische Gemeinde in Prag von 1945 bis heute“ stellt die bisher unbekannte Nachkriegsgeschichte der jüdischen Gemeinde in Prag dar und fängt mit Hilfe einzigartiger Fotografien, Dokumente und Dokumentarfilme die Schlüsselmomente ihrer Existenz vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Gegenwart ein. Die Synagoge ist täglich geöffnet, Gottesdienste finden hier freitags und samstags statt. Eintrittskarten können am Eingang der Jerusalemer Synagoge erworben werden.

Operator

Jubiläumssynagoge in Prag

Jeruzálemská 7
110 00 Prag 1
  • Tel.:+420 224 800 813
  • Email:secretariat@kehil…
  • WWW:www.synagogue.cz/…
  • GPS:50.084715 14.431988
Region:Prag
Stadt:Prag 1

Öffnungszeiten

April – Oktober
1.4. – 31.10.
Montag – Freitag 09:00 – 18:00
Samstag GESCHLOSSEN
Sonntag 09:00 – 18:00
November – März
1.11. – 31.3.
Montag – Freitag 09:00 – 16:30
Samstag GESCHLOSSEN
Sonntag 09:00 – 16:30
Notiz: Ausstellungen schließen um 16.20 Uhr und im Sommer um 17.50 Uhr

Zulassung
Preis: 80 CZK
Reduzierter Preis: 50 CZK
Notiz: Tickets können am Eingang der Jerusalemer Synagoge erworben werden.

Dauer

0,5 Stunden

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